Abwasser in Wittendörp

Zum Thema Abwasser hat unser Abwasserexperte Georg Etmanski folgende Gedanken:

GEMEINDE WITTENDÖRP

Problematik der Abwasserbeseitigung gereinigten Abwassers nach dem
Reinigungsprozess in der biologischen Kleinkläranlage.

Wasser aus unseren biologischen Kleinkläranlagen ist fast sauber.
Der Reinigungsgrad soll und kann nahezu 95 % betragen.

PROBLEM

Was die Kläranlage verlässt ist also gut gereinigtes Abwasser aber immer noch
Abwasser.

Dieses Abwasser enthält u.a.: Stickstoffverbindungen,Phosphorverbindungen die gelösten Dünger darstellen,
und Bakterien, die Dünger sind und Keime enthalten. ( Keime sind Bakterien die Krankheiten auslösen oder auslösen können, wenn ihre Zahl im Wasser ausreichend groß ist.)

Dieses Abwasser muss nun immer noch schadlos beseitigt werden, damit keine Überdüngung
oder gar Verkeimung stattfindet..

LÖSUNG

1) Das Wasser wird in einem ständig wasserführenden, sauerstoffgesättigten Graben / Bach oder durchflossenen Teich oder See mit vorhandenem stetigen Zu- und Abfluss eingeleitet.

Hier haben die Bakterien der Gewässer ausreichend Zeit und nötiges Wasservolumen
sich der andauernd zufließenden „Düngung“ anzunehmen und diese „Schmutzwasserfracht
( wie vorher in der Kleinkläranlage) weiter abzubauen.
Aus der Schmutzwasserfracht = Düngung, wird durch weiteren biologischen Abbau mittels der sich im Wasser befindlicher Bakterien und Einzeller eine sich im Gleichgewicht ausbalancierende Biozenose.

Das heißt : Nahrungsangebot = Restverschmutzung
Verbraucher = Bakterien
Sauerstoffreiches Wasser = Milieu

stehen im Gleichgewicht

Aus dem Ende der Nahrungskette wird wieder der Anfang der Nahrungskette.

2) Das Wasser wird zur Versickerung gebracht. Hier übernehmen die Bodenbakterien
den Schmutzfrachtabbau, Einzeller die Keimreduzierung und die Bodenhohlräume den
Wassertransport.

Die Versickerung findet im Boden statt, dadurch können sich keine keimbildenden
Pfützen einstellen.

VERSCHLIMMBESSERUNG
„Bürgermeisterkanäle“

In Würdigung der o.g. Zusammenhänge passiert nun folgendes :
Das biologisch vorgereinigte Abwasser erreicht ein Rohr und dann ???
erreicht das Rohr einen ausreichend wasserführenden
VORFLUTER= Graben/Bach/Teich/See oder wird das Wasser an einer gemeinsamen
Stelle versickert???

Das heißt, der Bürgermeisterkanal ist keine Lösung sondern ein Abwassertransportmittel.
Ein Bürgermeisterkanal ist ein bereits bestehender Rohrstrang indem Abwasserüberläufe
von 3-Kammersystemen und die Straßenentwässerung sich ein Rohrsystem teilen.
Ist dieses System ein gemeindliches ohne Kostenbeteiligung der Bürger, dann ist das ein
„Bürgermeisterkanal“, die Gemeinde zahlt. (Stille Duldung der Bürgernutzung)
Bleibt die Gemeinde in der Abwasserbeseitigung beseitigungspflichtige Körperschaft, so
ist es deren Entscheidung ,diesen Bürgermeisterkanal als Straßenentwässerung oder als
Mischwasserleitung zu klassifizieren.
Eine Straßenentwässerung ist ein Bestandteil der Straße, ein Mischwasserkanal ist ein
Abwassersystem.
Tritt der Fall ein, dass eine Gemeinde einer abwasserbeseitigungspflichtigen Körperschaft
beitritt, so geht dieses Abwassersystem“ Mischwasserkanal“ in diese Hoheit über.

Zu Beginn der Kanalisationen der Neuzeit ( Römer hatten auch schon Abwasser-kanalisationen) gab es bis zum Ende des 2.ten Weltkrieges überwiegend Mischwasserkanalisationen. Die Rohrsysteme hatten i.d.R. 5% Fäkalabwasser und 95%
Regenwasseranteil. Als dann die Bäche und Flüsse biologisch zusammenbrachen und auch die Kläranlagen durch die Zunahme der Flächenversiegelung das Mischwasser nicht mehr
mengenmäßig beherrschen konnten, ging man in Deutschland auf Trennsysteme über.
Wo aber ausreichend Verdünnung möglich ist oder leistungsstarke Vorfluter existieren, ist
auch heute noch die Mischwasserentsorgung „Stand der Technik“

Wird nun aber ein Regenwasserkanal der Strassenentwässerung zu einem Bürgermeisterkanal
umgewidmet indem er Schmutzwasserzuläufe bekommt, so wird er ein Abwassersystem.

Ein Abwassersystem generiert eine grundstücksbezogene Bevorteilung, die ebenfalls eine
Beitrags- und Gebührenpflicht erzeugt, wenn anderen Abwasserbeseitigungspflichtigen
dieser „Vorteil“ nicht gewährt wird. Das gilt auch für Gruppensysteme.

Diese Abwassersysteme sind zu bezahlen, zu betreiben zu warten und zu organisieren.
Dieser Organisation hat sich die Gemeinde beraubt, die Fördertöpfe sind zu.

GEMEINDE WO IST DIE LÖSUNG ?